Soll ich bleiben oder gehen? Anzeichen, dass du genauer hinschauen solltest

08. Juni 2026

Wer in einer Beziehungskrise steckt, kennt das quälende Gefühl zwischen Hoffen und Loslassen. Viele Frauen balancieren berufliche Herausforderungen, Familienverantwortung und den Wunsch nach einer erfüllten Partnerschaft. Gleichzeitig nagt der Zweifel: Soll ich bleiben oder gehen? – eine Frage, die oft mit Scham, Angst und Unsicherheit verbunden ist. Dieser Artikel möchte dich einfühlsam, psychologisch fundiert und wissenschaftlich gestützt durch die wichtigsten Anzeichen führen, damit du besser einschätzen kannst, ob eure Beziehung noch zu retten ist oder ob es Zeit ist, neue Wege zu gehen.

Beziehungen enden selten abrupt. Eine aktuelle Längsschnittstudie der Universität Mainz zeigte, dass die Zufriedenheit bereits 0,58 bis 2,30 Jahre vor einer Trennung deutlich sinkt. Die Forscher:innen beschreiben einen präterminalen Niedergang, in dem kleine Frustrationen und emotionale Distanz zunehmen, und einen terminalen Niedergang, in dem die Zufriedenheit steil abfällt. Der Zeitpunkt, an dem diese Beschleunigung einsetzt, ist der kritische Wendepunkt – oft bleibt wenig Zeit, rechtzeitig gegenzusteuern. Ziel des Artikels ist nicht, dich zu einer Entscheidung zu drängen, sondern dir Orientierung und Klarheit zu schenken.

Warum genaue Anzeichen wichtig sind

Viele Frauen in Beziehungskrisen suchen nach greifbaren Indikatoren. Warnsignale können dir helfen, deine Situation realistischer einzuschätzen. Sie ersetzen keine Therapie oder Paarberatung, geben dir aber Hinweise, ob du genauer hinschauen solltest. Anstatt aus Angst vor Veränderung in einer ungesunden Beziehung zu verharren, kannst du bewusst abwägen, was dir guttut.

Typische Anzeichen, dass deine Beziehung ernsthaft in Schieflage ist

Emotionale Distanz und Verlust von Intimität

Einer der frühesten Hinweise auf einen schleichenden Niedergang ist der Verlust emotionaler Nähe. Studien zeigen, dass Paare, die vor der Trennung stehen, oft „nebeneinanderher leben“ und eher Mitbewohner als Liebende sind. Die Gespräche bleiben oberflächlich, tiefe Verbindungen und gemeinsame Rituale gehen verloren. Der Rückzug von Intimität, sowohl emotional als auch körperlich, ist eines der deutlichsten Warnzeichen.

  • Ihr tauscht keine Zärtlichkeiten mehr aus, Berührungen wirken mechanisch oder bleiben aus.
  • Du fühlst dich einsam, obwohl ihr physisch zusammen seid. Eine Healthline‑Analyse betont, dass Einsamkeit sich als ständige Traurigkeit, fehlende emotionale Verbindung und das Gefühl äußert, nicht verstanden zu werden.
  • Der Gedanke an Nähe erzeugt Unbehagen oder sogar körperliche Anspannung, was auf einen tieferen inneren Konflikt hinweisen kann.

Chronischer Konflikt oder totale Sprachlosigkeit

Konflikt ist nicht per se ein Problem; Beziehungen leben von konstruktiver Auseinandersetzung. Gefährlich wird es, wenn Destruktivität die Oberhand gewinnt. Die Gottman‑Forschung beschreibt vier toxische Kommunikationsmuster – Kritik, Verachtung, Abwehrhaltung und Mauern –, die stark mit Trennungen korrelieren. Insbesondere Verachtung (z. B. sarkastische Bemerkungen, Augenrollen) gilt als der stärkste Trennungsprädiktor. Ebenso bedenklich ist völlige Sprachlosigkeit: Wenn ihr nicht mehr über schwierige Themen sprecht, sondern Konflikte vermeidet, steigt die emotionale Distanz.

  • Häufige, ungelöste Konflikte mit persönlichen Angriffen oder Verachtung.
  • Defensive Reaktionen, bei denen ihr euch gegenseitig die Schuld gebt.
  • Rückzug oder „Abtauchen“ eines Partners, sodass Probleme nie bearbeitet werden.
  • Lange Phasen der Funkstille, weil „Reden sowieso nichts bringt“.

Abnehmende Lebensfreude und Zufriedenheit

Forscher:innen konnten zeigen, dass Beziehungszufriedenheit in problematischen Beziehungen deutlich stärker abnimmt als in stabilen Beziehungen. Dabei sinkt die allgemeine Lebenszufriedenheit nicht im selben Maße; viele Menschen funktionieren im Alltag, während sie innerlich längst den emotionalen Abschied vollzogen haben. Typische Beobachtungen:

  • Du fühlst dich ausgebrannt, energielos und bemerkst, dass deine Beziehung dir mehr Kraft raubt als schenkt.
  • Du freust dich auf Aktivitäten außerhalb der Partnerschaft und vermeidest gemeinsame Zeit.
  • Kleine Frustrationen häufen sich, es gibt kaum gemeinsame Momente der Freude oder Spontaneität.

Schwindendes Vertrauen und fortgesetzte Grenzverletzungen

Vertrauen ist die Basis einer gesunden Partnerschaft. Wiederholte Grenzverletzungen – also fortgesetztes Lügen, Untreue oder das Nichtrespektieren deiner Bedürfnisse – sind klare Anzeichen für eine toxische Dynamik. Die psychologische Forschung betont, dass wiederholte emotionale Erschöpfung und das Gefühl, permanent zu geben ohne zu bekommen, deutliche Warnsignale für ein Ende sind. Wenn du dich ständig erklären musst oder das Gefühl hast, dich selbst aufzugeben, um den Partner zu halten, ist Achtsamkeit geboten.

Fehlender Zukunftsblick und innere Abkehr eines Partners

Laut der Studie von Bühler und Orth unterscheiden sich die Wahrnehmungen der Partner stark: Derjenige, der die Trennung später initiiert, beginnt oft Monate oder Jahre zuvor mit der inneren Ablösung. Dies äußert sich darin, dass der Partner mehr „ich“ statt „wir“ sagt, eigene Pläne schmiedet und kaum gemeinsame Zukunftsperspektiven entwickelt. Wenn du feststellst, dass du allein Zukunftspläne schmiedest oder dein Partner emotional nicht mehr präsent ist, solltest du genauer hinsehen.

Fehlende Veränderungsbereitschaft trotz Problemen

Jede Beziehung erlebt Höhen und Tiefen, aber der Wille zur Veränderung unterscheidet Paare, die Krisen meistern, von solchen, die scheitern. Wenn du spürst, dass ihr immer wieder dieselben Muster durchlebt, ohne dass sich etwas ändert, oder wenn dein Partner nicht bereit ist, Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen, kann das ein Zeichen für das terminal abfallende Muster sein, bei dem die Beziehung kaum noch zu retten ist.

Anhaltende Angst vor dem Alleinsein

Forschungsergebnisse zeigen, dass Angst vor dem Single‑Sein die Bereitschaft erhöht, in unglücklichen Beziehungen zu bleiben. Menschen, die glauben, man müsse in einer Partnerschaft sein, um glücklich zu werden, haben oft eine größere Angst vor dem Alleinsein und sind weniger bereit, unbefriedigende Beziehungen zu beenden. Diese Angst kann auch mit anhänglichem Bindungsstil und geringem Selbstwert einhergehen, wodurch du stärker an der Beziehung festhältst – selbst wenn sie dir schadet.

Sunk‑Cost‑Fallacy: „Aber ich habe doch schon so viel investiert“

Der Sunk‑Cost‑Fallacy beschreibt das Phänomen, dass Menschen eine Entscheidung nicht auf zukünftigen Nutzen, sondern auf bereits getätigte Investitionen stützen. In Beziehungen führt diese Denkfalle dazu, dass Paare trotz Unzufriedenheit bleiben, weil sie gemeinsam Zeit, Geld oder Emotionen investiert haben. Studien zeigen, dass Teilnehmer:innen bereit waren, unbefriedigende Beziehungen um fast ein Jahr zu verlängern, wenn sie bereits ein Jahrzehnt zusammen waren. Je mehr man investiert hat, desto schwerer fällt das Loslassen. Es lohnt sich, diese Falle zu erkennen und zu hinterfragen.

Gesundheitliche Auswirkungen von Stress, Negativität und Verachtung

Lang anhaltender Beziehungskonflikt wirkt sich auch körperlich aus. Verachtung, eines der vier apokalyptischen Reiter, erhöht laut der Gottman‑Forschung nicht nur die Scheidungswahrscheinlichkeit, sondern beeinträchtigt auch das Immunsystem. Andererseits unterscheidet sich der Umgang mit Konflikten bei „Beziehungsmastern“ und „Beziehungskatastrophen“ durch den Positiv‑Negativ‑Quotienten: Glückliche Paare zeigen im Streit mindestens fünf positive oder neutrale Interaktionen auf jede negative. Bleibt das Verhältnis dauerhaft im negativen Bereich, wirkt sich dies auf psychische und körperliche Gesundheit aus.


Warum passieren solche Krisen?

Die Rolle der Beziehungsgeschichte und der „terminalen Phase“

Die oben zitierte Längsschnittstudie unterscheidet eine präterminale Phase mit langsam sinkender Zufriedenheit und eine terminale Phase, in der der Abwärtstrend steil wird. Diese Entwicklung geschieht nicht über Nacht: Stress durch Beruf, Elternschaft oder Lebensveränderungen kann den Transitionspunkt auslösen, ab dem die Beziehung kaum noch zu retten ist. Häufig suchen Paare erst dann Hilfe, wenn der kritische Wendepunkt bereits überschritten ist.

Negativitätsbias und die 5‑zu‑1‑Regel

Unser Gehirn reagiert stärker auf negative als auf positive Reize. Dieser Negativitätsbias führt dazu, dass wir negative Interaktionen in Beziehungen stärker gewichten als positive. Die Gottman‑Forschung fasst diese Erkenntnisse in der 5‑zu‑1‑Regel zusammen: In stabilen Beziehungen stehen fünf positive Interaktionen für jede negative. Je negativer unser Blick auf den Partner, desto stärker sinkt die Beziehungszufriedenheit. Diese Verzerrung verstärkt sich, wenn wir uns verletzlich fühlen oder uns vor Ablehnung fürchten.

Bindungsstile und Verlustangst

Unser Bindungsstil beeinflusst, wie wir Konflikte erleben und Entscheidungen treffen. Menschen mit einem unsicheren oder ängstlich‑ambivalenten Bindungsstil neigen dazu, Nähe zu suchen und Trennung zu fürchten. Diese Furcht ist eng mit der Angst vor dem Alleinsein verknüpft und kann dazu führen, dass man in ungesunden Beziehungen bleibt. Auch vermeidend gebundene Personen können sich in der Krise zurückziehen, Konflikte meiden und Distanz herstellen, wodurch sich der Partner noch unsicherer fühlt.

Das Investitionsmodell: Warum wir trotz Unzufriedenheit bleiben

Das Investitionsmodell der Psychologin Caryl Rusbult erklärt, warum Menschen in Beziehungen bleiben, obwohl sie unglücklich sind. Demnach setzt sich Commitment aus drei Faktoren zusammen: Zufriedenheit, Investitionsgrößeund Qualität der Alternativen. Die Gleichung lautet: Commitment = Zufriedenheit + Investition – Qualität der Alternativen. Je mehr Zeit, Energie, gemeinsame Freunde oder finanzielle Ressourcen man investiert hat, desto schwerer fällt ein Abschied. Sind Alternativen begrenzt (z. B. wenn man Angst hat, niemanden mehr zu finden), steigt das Commitment sogar dann, wenn die Zufriedenheit sinkt. Dieses Modell erklärt, warum manche Menschen jahrelang in ungesunden Beziehungen verharren.

Kognitive Verzerrungen: Sunk‑Cost‑Effekt und Hoffnung auf Veränderung

Neben dem Investitionsmodell spielt die Sunk‑Cost‑Fallacy eine wichtige Rolle: Wir bleiben, weil wir uns sagen, dass die bereits investierte Zeit oder Energie sonst „verschwendet“ wäre. Hinzu kommt der Optimismus‑Bias: Die Hoffnung, dass sich alles zum Besseren wendet, obwohl sich seit Jahren nichts ändert. Dieser Bias kann uns davon abhalten, realistisch hinzuschauen. Auch die Angst, Fehler zu machen oder gesellschaftliche Erwartungen zu enttäuschen, lässt viele Frauen zögern.


Häufige Denkfehler, die dich in der Krise festhalten können

  1. „Es wird schon wieder wie früher.“ – Erinnerungen an die Anfangsphase verzerren die Wahrnehmung. Tatsächlich zeigt die Forschung, dass selbst neue Beziehungen nach einer euphorischen Phase einen natürlichen Abwärtstrend in der Zufriedenheit aufweisen.
  2. „Ich finde nie wieder jemanden.“ – Die Angst vor dem Alleinsein ist normal, aber Studien beweisen, dass Singles ein erfülltes Leben führen können. Außerdem beeinflusst die Qualität deiner Alternativen die Bindung; wenn du an dir selbst arbeitest und dein soziales Netzwerk pflegst, steigt deine Lebenszufriedenheit – mit oder ohne Beziehung.
  3. „Ich muss bleiben wegen der Kinder.“ – Kinder leiden stärker unter ständigen Konflikten als unter einer respektvollen Trennung. Wichtig ist, wie ihr als Eltern gemeinsam Lösungen findet.
  4. „Alle Beziehungen sind anstrengend; ich darf mich nicht so anstellen.“ – Konflikte gehören dazu, aber Dauerstress, Abwertung und fehlende Veränderungsbereitschaft sind keine „normalen Herausforderungen“. Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Respekt und Wachstum.
  5. „Es liegt nur an mir.“ – Selbstreflexion ist wichtig, doch eine Beziehung ist immer ein Zusammenspiel. Wenn dein Gegenüber nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen oder sich zu verändern, kannst du die Beziehung nicht allein retten.

Was wirklich hilft: Wege aus der Entscheidungsfalle

Achtsam reflektieren und deine Bedürfnisse ernst nehmen

Gönn dir Zeit, deine Gefühle ohne Verurteilung zu beobachten. Forscherinnen Laura Silverstein und Kolleginnen empfehlen sieben Fragen, die du dir stellen kannst, bevor du dich trennst: Was will ich wirklich? Warte ich darauf, dass der andere sich ändert? Fühle ich mich geliebt für das, was ich bin? Habe ich meine Bedürfnisse klar formuliert? Wie sähe mein Leben nach einer Trennung aus? Habe ich professionelle Hilfe ausprobiert? Bin ich bereit, eine Entscheidung zu treffen?. Diese Fragen fördern Selbstreflexion und unterstützen dich dabei, bewusste Entscheidungen zu treffen, anstatt aus Angst oder Wut heraus zu handeln.

Kommunikation und konstruktive Konfliktlösung lernen

Die Gottman‑Forschung zeigt, dass der Erfolg einer Beziehung nicht durch Konfliktfreiheit, sondern durch Reparaturfähigkeit bestimmt wird. Es geht darum, nach einem Streit wieder zueinanderzufinden. Forscher:innen empfehlen eine vierstufige Post‑Konflikt‑Strategie:

  1. Eigene Perspektive erklären – ohne Vorwürfe, mit „Ich‑Botschaften“.
  2. Verantwortung übernehmen und sich entschuldigen – ehrlich und konkret.
  3. Kompromisse aushandeln – gemeinsam nach Lösungen suchen.
  4. Konkrete Pläne schmieden – Umsetzungsschritte definieren.

Wer konstruktive Strategien lernen möchte, kann Paartherapie, Workshops oder Coaching in Anspruch nehmen.

Den Positiv‑Negativ‑Quotienten verbessern

Führe ein Interaktionsjournal: Notiere dir an mehreren Tagen, wie viele positive und negative Interaktionen ihr habt. Laut der 5‑zu‑1‑Regel sollten auf jede negative Interaktion fünf positive folgen. Bewusste Wertschätzung („Danke, dass du …“), kleine Aufmerksamkeiten und echtes Zuhören erhöhen den positiven Quotienten und stärken eure emotionale Bank. Dadurch wird das Nervensystem wieder auf Sicherheit programmiert; chronischer Stress reduziert sich, was die Grundlage für konstruktive Gespräche schafft.

Selbstfürsorge und Unterstützung suchen

Mehrere Studien belegen, dass Selbstmitgefühl direkt mit psychischer Gesundheit verbunden ist. Dir selbst freundlich zu begegnen, mindert Grübeleien, stärkt deinen Selbstwert und hilft dir, klarer zu erkennen, ob die Beziehung dir guttut. Auch Unterstützung von außen – durch Freundinnen, Familie, therapeutische Angebote oder Coaching – kann dir Perspektiven eröffnen. Scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Viele Paare warten zu lange damit und verpassen das Zeitfenster, in dem Veränderung noch möglich ist.

Realistische Erwartungen und Akzeptanz entwickeln

Keine Beziehung ist perfekt. Ein Teil der Unzufriedenheit entsteht, wenn die Vorstellungen nicht der Realität entsprechen. Das Investitionsmodell erinnert uns daran, dass Zufriedenheit und Commitment keine statischen Größen sind. Lerne zwischen Problemen, an denen ihr wachsen könnt, und solchen, die deine Würde oder Gesundheit gefährden, zu unterscheiden. Akzeptanz bedeutet, den Partner mit Macken zu sehen, ohne sich aufzugeben. Wenn du dich ständig ärgerst oder dein Partner deine Grundbedürfnisse ignoriert, geht es nicht um Akzeptanz, sondern um Selbstschutz.


Praktische Übungen und Reflexionsfragen

  1. Zufriedenheits-Check‑in: Setzt euch einmal pro Woche hin und bewertet eure Beziehungszufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 10. Notiert, was ihr in der Woche als positiv erlebt habt und wo es hakte. Laut Janina Bühler lohnt sich ein Gespräch über Handlungsbedarf, sobald der Wert konstant sinkt oder unter 6,5 fällt.
  2. Die 7 Entscheidungsfragen: Bearbeite die oben erwähnten Fragen aus Silversteins Ansatz (siehe

    Achtsam reflektieren und deine Bedürfnisse ernst nehmen) einzeln in einem Tagebuch. Lass dir Zeit und spüre, welche Antworten in dir resonieren. Wenn dir Antworten schwerfallen, ist das ein Zeichen, tiefer zu gehen oder professionelle Begleitung zu suchen.

  3. Positives Interaktionskonto: Versuche, jeden Tag drei positive Dinge über deinen Partner auszusprechen (z. B. „Ich schätze an dir, dass du …“). Beobachte, wie sich dadurch eure Stimmung verändert. Nutze zusätzlich Mikromomente wie eine Umarmung, ein Lächeln oder eine kurze Nachricht, um den 5‑zu‑1‑Quotienten zu füllen.
  4. Grenzen definieren: Schreibe auf, welche Werte und Bedürfnisse für dich unverhandelbar sind (z. B. Treue, Respekt, emotionale Sicherheit). Überprüfe, ob sie in deiner aktuellen Beziehung gewahrt werden. Wenn nicht, welche Schritte bist du bereit zu gehen, um diese Grenzen zu schützen?
  5. Body‑Scan bei Entscheidungen: Schließe die Augen und spüre in deinen Körper, wenn du an „bleiben“ oder „gehen“ denkst. Welche Empfindungen zeigen sich? Körperliche Signale können dir Hinweise geben, die dein rationales Denken übersehen hat.

Fazit

Ob man bleiben oder gehen sollte, lässt sich nicht an einer Checkliste festmachen. Beziehungen sind lebendige Systeme, die von zwei Menschen mit ihren Geschichten, Bindungsstilen und Lebensumständen gestaltet werden. Die hier beschriebenen Anzeichen wollen dir helfen, eine Realität zu erkennen, die du vielleicht lange ignoriert hast. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Beziehungszufriedenheit oft schon lange vor der Trennung abnimmt, dass Angst vor dem Alleinsein die Entscheidung verzerren kann und dass negative Interaktionen ein größeres Gewicht haben als positive. Gleichzeitig gibt es Wege, eine Beziehung aktiv zu gestalten und wieder auf einen guten Pfad zu bringen, wenn beide bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Nimm deine Gefühle ernst, überprüfe deine Bedürfnisse und hole dir Unterstützung, wenn du sie brauchst. Ob du bleibst oder gehst – du verdienst eine Beziehung, in der du wachsen, dich geborgen fühlen und du selbst sein kannst.


FAQ – Häufige Fragen

Wie finde ich heraus, ob meine Beziehung noch zu retten ist?
Reflektiere ehrlich, ob ihr beide bereit seid, Verantwortung zu übernehmen. Wenn es noch Respekt, Zuneigung und den Willen zur Veränderung gibt, kann Paartherapie helfen. Laut Bühler & Orth sollten Paare frühzeitig handeln, solange sie sich noch in der präterminalen Phase befinden.

Was, wenn ich Angst habe, allein zu sein?
Die Angst vor dem Single‑Sein ist verbreitet und oft kulturell verankert. Forschung zeigt jedoch, dass Single-Sein nicht automatisch unglücklich macht und dass Angst vor dem Alleinsein die Entscheidung verzerren kann. Es hilft, den eigenen Selbstwert zu stärken und positive soziale Kontakte zu pflegen.

Sollte ich wegen der Kinder bleiben?
Kinder profitieren von einem harmonischen Umfeld. Dauerhafte Konflikte belasten sie mehr als eine respektvoll durchgeführte Trennung. Es lohnt sich, professionelle Unterstützung zu suchen, um die beste Lösung für alle Beteiligten zu finden.

Wie lange sollte ich kämpfen, bevor ich aufgebe?
Es gibt keine feste Zeitangabe. Orientierung gibt der kritische Wendepunkt: Sobald die Beziehungszufriedenheit stark abfällt und Grenzverletzungen anhalten, solltest du deine Energie in Selbstschutz investieren. Denke daran, dass „kämpfen“ nicht bedeutet, dich selbst zu verlieren, sondern aktiv Veränderungen zu verfolgen.

Was mache ich, wenn mein Partner nicht reden möchte?
Du kannst ihn zu einem offenen Gespräch einladen und deine Gefühle ohne Vorwürfe schildern. Wenn weiterhin keine Bereitschaft besteht, kann ein neutraler Raum wie Coaching oder Therapie hilfreich sein. Letztlich kannst du niemanden zwingen, sich zu öffnen – dann ist es wichtig, deine Grenzen zu respektieren.

Alles Liebe,
Maria 💛

P.S. Wenn du in deiner Beziehung feststeckst und mehr Klarheit wünschst, meld dich für den Newsletter an und lade dir das 0 € Workbook „Beziehung retten oder gehen? 7 Fragen für Frauen, die sich nicht mehr sicher sind“ herunter. Es führt dich Schritt für Schritt durch die wichtigsten Reflexionsfragen und hilft dir, deine Bedürfnisse zu erkennen.

Solltest du das Gefühl haben, dass dir eine persönliche Unterstützung guttut, lade ich dich herzlich zu einem kostenfreien Klarheitsgespräch ein. In diesem unverbindlichen Gespräch finden wir gemeinsam heraus, welcher Weg für dich gerade stimmig ist.
Deine Gefühle sind wichtig, und du musst diese Entscheidung nicht allein treffen.

Coaching für mehr Selbstwertgefühl & sichere Beziehungen
Maria - Shedoescoaching

Über mich – Warum ich dir helfen kann

Ich bin Maria, Coachin für Frauen in Beziehungskrisen.
Ausgebildet in EMDR, Nervensystemarbeit und Mediativer Kommunikation.
Ich begleite Frauen dabei, alte Muster loszulassen, ihre Bedürfnisse klar zu spüren und wieder Nähe in Beziehung zu erleben.
Mehr über mich kannst du hier lesen

Du musst diesen Weg nicht alleine gehen.
👉 Lass uns gemeinsam herausfinden, welche Muster dich zurückhalten – und wie du sie für immer loslassen kannst.

Bleiben oder gehen?

Wenn du gerade nicht mehr weißt, ob du für deine Beziehung kämpfen oder loslassen sollst:

Hol dir mein Pdf mit 7 Reflektionsfragen für Frauen, die sich nicht mehr sicher sind.

Kein Spam, versprochen. Abmeldung jederzeit möglich. Mit der Eintragung bestätigst du die Verarbeitung deiner Daten gemäß der Datenschutzerklärung.

Nach oben scrollen